Mein Kind schläft durch…ja nee…is klar

„ Mein Kleiner schläft mit fast 2 Jahren noch bei uns im Schlafzimmer, aber für uns ist das Ok. “

“ Die Freundinnen raten mir dazu, doch endlich mal das eigene Zimmer einzuführen, schließlich gewöhnt er sich daran und wird wohl mit 18 noch im Elternzimmer schlafen. “

Bei allen, ja wirklich allen Anderen (so macht es den Anschein), schlafen die Kinder schon seit geraumer Zeit im eigenen Zimmer, im eigenen Bett. Bei manchen war es ein kleiner Kampf aber nun ist endlich Ruhe im Karton und die Eltern haben endlich, endlich wieder ihr Schlafzimmer für sich.

Das ist prima … für alle bei denen es so klappt und die das so haben wollen.

Aber was, wenn ich das gar nicht ändern will?

Wenn beide Elternteile es genießen die Kleinen auch in der Nacht um sich zu haben. Und es außerdem absolut harmonisch abläuft. Die Futzies schlafen selig und sicher ein … und meist auch durch. Denn wir sind ja sofort da, wenn sie nachts mal wach werden. Wir Erwachsenen schlafen auch bestens. Was also bitte soll ich da ändern.

Gilt denn nicht…“never change a running system“???

Dürfen wir als Eltern denn nicht für uns und unser Kind allein entscheiden was für uns das Beste ist? Darf ich denn nicht doch auf mein Bauchgefühl hören (das optimaler Weise auch den Kopf mit in Einklang bringt). Und wer will schon wirklich sagen, ob die Kleinen auch mit 18 noch bei uns pennen ?!?

Also werde ich nichts, aber auch gar nichts daran ändern!!!

Jeder Jeck is anders … sagt der kluge Kölner und weiß somit auch schon, das jeder eigene Bedürfnisse hat ganz egal wie alt er/sie ist.

Das was für die beste Freundin gilt ist also für mich nicht bindend das Beste.

Das waren meine Gedanken vor ca. 7 Jahren. Und mittlerweile kann ich nur sagen, das ich sehr froh bin, damals auf mein Mama-Gefühl gehört zu haben.

Wir haben unsere Kinder in den Schlaf begleitet bis sie selber soweit waren, komplett alleine einzuschlafen. Begleiten heißt hier, ich bleibe solange bei meinem Kind bis es schläft. Das hat bei dem Großen „etwas“ gedauert  er war  6 Jahre und der Kleine war schon mit 3 Jahren soweit, uns nach dem Vorlesen aus dem Zimmer zu schicken.

Beide Kinder sind, je nach Alter, in den Schlaf gestillt, getragen, gesungen worden. Wir haben lange Abende mit am und im Bett gesessen bis sie endlich ruhig geschlafen haben und hatten auch etliche Abende an denen wir nach einer viertel Stunde aus dem Zimmer gehen konnten und die Kinder wohlig schnarchend liegen blieben. Jahrelang war unser Abendritual: bettfertig machen, Vorlesen, Licht aus und noch ein gute Nacht Lied und dann einschlafen und zwar mit einem von uns im Zimmer am liebsten mit im Bett.

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Cosleeping-Modus

 

Das war Ok für uns. Wir haben uns abgewechselt. Jeder hat die Kinder einen Abend ins Bett gebracht und der andere hat dafür den „Nachtdienst“ mit dem Babyphon übernommen und ist aufgestanden, wenn Alarm war.

An diesen Rhythmus haben wir uns alle schnell gewöhnt, auch die Kinder, die immer sehr genau wussten wer nun mit dem „ins Bett bringen“ dran war.

Auch wir sind von allen Seiten unter Beschuss genommen worden.
„Was macht ihr euch für einen Stress.“
„Lasst sie doch einfach mal allein einschlafen.“
„Unsere schaffen das auch.“

Ja klar, das hab ich bei einer Freundin gesehen als wir mal zusammen ein WE auf einem Bauernhof verbracht haben. Nachdem ich meine ins Bett gebracht hatte und die nach 20 Minuten selig schliefen, stand die Kleine meiner Freundin an diesem Abend (bis es denn dann fast 22 Uhr war) noch etliche Male auf um zu uns ins Wohnzimmer zu tapern. Immer mit einem anderen Grund.
Ja ne ist klar … die pennt immer ganz allein, ganz entspannt ein. Im Endeffekt hat sie mir dann „gestanden“, das die meisten Abende so ablaufen.

Also, ihr alle die ihr oft mit Ratschlägen bombardiert werdet es doch anders zu machen mit euren Kindern…überlegt euch sehr gut ob ihr überhaupt etwas ändern wollt.

Ich kann nur sagen meine Kinder haben mit 3 und 6 selber entschieden, das sie nun alleine einschlafen können und ich nach der guten Nacht Geschichte ruhig schon aus dem Zimmer gehen könne. Sie haben immer lange und ruhige Schlafphasen gehabt. Sie sind niemals nachts durch die Wohnung getapert, weil sie immer wussten: ich rufe kurz durchs Babyphon und sofort kommt Hilfe.

Für uns waren manche Abende und Nächte sicherlich kräfteraubend und nervig und alles was man sich so denken kann…aber wer hat das nicht ???

Wir hatten unseren eigenen Weg durch diese Zeit und es war für uns Ok so. Ich würde auch jetzt nichts anders machen . Unser Weg war schon immer, sich auf das jeweilige Kind und die eigenen Bedürfnisse einzustellen…das Ganze irgendwie auf einen Nenner zu bekommen.

An manchen Tagen haben wir zurückstecken müssen, an anderen Tagen aber auch schon mal die Kinder.

So ist das Leben denke ich…

Familie ist ein Miteinander. Zusammenleben. Und nicht die Großen schreiben den Kleinen vor wie das Leben zu leben wäre, aber natürlich auch nicht das die Kleinen die Großen zur totalen „Aufgabe“ zwingen.

Keiner sollte dem anderen etwas aufzwingen. Denn, sind wir mal ehrlich, das klappt doch eh nicht, hat noch nie geklappt, egal in welche Bereiche man es übertragen möchte.

Denkt also an euch aber eben auch an diese kleinen, bedarfsgesteuerten, absolut zum lieben geschaffenen und manchmal ziemlich nervenraubenden Wesen !

Findet euren Weg!
Verbiegt euch nicht nur damit ihr im großen Strom der besten Eltern der Welt schwimmt !!!