„Der Säugling erlernt im Laufe seiner Bewegungsentwicklung nicht nur sich auf den Bauch zu drehen, nicht nur das Rollen, Kriechen oder Gehen, sondern er lernt auch das Lernen! Er lernt sich selbständig mit etwas zu beschäftigen, an etwas Interesse zu finden, zu probieren, zu experimentieren. Er lernt Schwierigkeiten zu überwinden. Er lernt die Freude und die Zufriedenheit kennen, die der Erfolg – das Resultat seiner geduldigen, selbständigen Ausdauer – für ihn bedeutet.“

(Zitat: Emmi Pikler)

Es gibt viele Konzepte und pädagogische Ansätze nach denen Babykurse durchgeführt werden und es ist oft gar nicht so einfach hier den passenden für sich und sein Baby zu finden.  Da gibt es zum Beispiel Pikler, PEKiP, DELFI, FenKid oder FABEL-Kurse. Mir erging es nicht anders und das ist auch einer der Gründe, warum meine Kurse nicht nach einem bestimmten Konzept ausgelegt sind, sondern eher eine gute Mischung darstellen sollen.

Ich beginne meine Kurse für Babys meist zwischen der 8. Und 12. Woche. Natürlich sind die Babys dann noch sehr klein und man könnte den Eindruck gewinnen, dass sie ja noch so gar nichts können.

Und genau hier darf man sich gerne überraschen lassen, denn die Kleinen können schon viel mehr als man ihnen im Allgemeinen so zutraut. Wir müssen es nur sehen. Und das erfordert schon mal ein wenig Geduld, denn natürlich geht alles nicht so schnell wie bei einem großen Kind das schon alles gelernt hat.

Wir nutzen verschiedene Bewegungsspiele um die Babys spielerisch bei ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zu unterstützen. Sie lernen ihren Körper kennen und die Körperteile bewusst zu gebrauchen.

So versuchen wir im Kurs zum Beispiel erst einmal den Blick des Babys auf einen Gegenstand zu lenken und dann den Blick zu halten auch wenn dieser sich bewegt. Für uns erscheint das vielleicht eher langweilig aber für die Babys ist es eine anstrengende Sache. Die Augen folgen dem Gegenstand und der Kopf muss bewegt werden. Das zu koordinieren ist schon eine Leistung wenn man erst 8 Wochen alt ist.

3 bis 4 Wochen später können die Babys dann schon nach dem Gegenstand greifen, den man ihnen zeigt. Natürlich wenn sie angemessen Zeit haben ihre Hände zum Ziel zu bewegen. Auch hier ist wieder Geduld gefragt. Nicht jedes Kind greift direkt und gezielt zu, es dauert seine Zeit bis die Koordination zwischen Augen und den Händen reibungslos funktioniert. Umso größer ist dann die Freude und der Spaß wenn sie es dann zu fassen bekommen und endlich auch mit dem Mund erkunden dürfen.

Ein schönes Bewegungsspiel ist auch dem Baby das auf dem Rücken liegt, einen aufgeblasenen Wasserball an die Füße zu halten. Nach einiger Zeit wird es gegen den Ball treten und strampeln. Es lernt und erkennt in diesem Moment was man mit Beinen und Füssen so anstellen kann und wird sich, wenn man dieses Spiel öfter wiederholt auch immer wieder daran erinnern könne um diese „Fertigkeit“ weiter ausbauen. Die Tritte werden gezielter und fester oder es hält den Ball zwischen den Füßen fest.

Die Eltern können während dieser ganzen Spiele lernen und erkennen, was ihr Baby schon kann und will, indem sie es genau beobachten. Schnell wird man feststellen, dass jedes Baby seinem eigenen Entwicklungstempo folgt. Wenn Eltern wissen, in welchem Entwicklungsabschnitt sich ihr Baby grade befindet, können sie ihrem Baby mit jeweils passenden Bewegungsspielen gezielt Anregungen geben den nächsten Schritt zu tun. Und das mit nur geringer Hilfestellung seitens der Eltern. Oft reicht den Babys nämlich ein kleiner Impuls und Zeit, um zum Ziel zu gelangen.

In den Kursen gibt es jede Woche neue Anregungen zu Bewegungsspielen aber auch Lieder und Fingerspiele. Wichtig ist es diese dann auch oft zu wiederholen, denn dadurch schulen die Babys ihr Gedächtnis und lernen ihre Kompetenzen weiter auszubauen.

Und es ist immer ein großer Spass zu sehen wie sie von Woche zu Woche über sich hinaus wachsen.

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